Konfirmationen – 7 Tipps für gelungene Kirchenmusik

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Konfirmationen – ein bedeutsamer Moment auf dem Weg zum Erwachsen werden. Damit ein wichtiger Tag für Jugendliche, Familien und die Kirchengemeinde. Die Konfirmationsgottesdienste sind gut gefüllt, viele Menschen, die sonst wenig Kontakt zur Kirche haben, sind unsere Gäste. Um diesen Tag gebührend zu feiern, braucht es einen Gottesdienst, der die Jugendlichen abholt und berührt und ihre Familien begeistert. Damit das mit Musik gelingt, hier 7 Tipps.

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Ein besonderer Tag verdient Sorgfalt

In der Regel taufen wir Kinder im Säuglings- oder Kleinkindalter. Über die Taufe entscheiden die Eltern. Bei der Konfirmation bekennen sich Jugendliche selbst zum christlichen Glauben und erhalten einen Segen für ihren weiteren Lebensweg. 

Dieser besondere Tag wird als Familienfest begangen. Am Anfang steht der Konfirmationsgottesdienst. Hier haben wir als Kirche eine große Kontaktfläche zu Menschen, die sonst wenig oder gar nicht mit uns in Berührung kommen. Das sollten wir nicht als Last, sondern als Chance begreifen. Im besten Fall stehen die Jugendlichen im Mittelpunkt des Gottesdienstes und unser kirchliches Leben kommt gut zur Geltung. Das erfordert eine sorgfältige Vorbereitung.

Kirchenmusik – mehr als ein klangvoller Rahmen

Musik durchzieht den gesamten Gottesdienst. Sie kann das verbindende Element für alle Teilnehmenden sein. Kaum jemand kann sich guter Musik entziehen.  

Tipp 1: Orgelmusik zum Einzug

Die Glocken läuten, die Gemeinde unterhält sich laut und irgendwie muss man doch merken, dass der Gottesdienst gleich beginnt. Hier kann Orgelmusik ein gut hörbares Zeichen sein. Wichtig ist, dass die Musik nicht zu kompliziert komponiert ist. Viele Gottesdienstbesucher haben keinen Bezug mehr zur Orgelmusik. Nicht umsonst ist das Bild des Instruments in vielen Köpfen so veraltet. Hier gilt es, mit Liebe und Sorgfalt ein Stück auszuwählen, das festlich klingt und viele Menschen anspricht. Dann wirkt der Einzug der Konfirmand:innen mit dem Kirchenvorstand und Pastor:in feierlich. 

Tipp 2: Liedauswahl für die Jugendlichen!

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stehen die Konfirmand:innen, es ist ihr Festtag. Das muss sich natürlich auch in der Liedauswahl widerspiegeln. Die Lieder sollten den Jugendlichen bekannt sein, sie sollten bereits im Unterricht oder auf Freizeiten gesungen worden sein. Im besten Fall sind die Texte so gewählt, dass auch Erwachsene von den Liedern angesprochen werden. 

Alte Choräle würde ich nicht wählen. Es ist richtig, dass die Konfirmation einer der wenigen Gottesdienst ist, in dem wir alle Generationen in der Kirche haben. “Wir brauchen ein Lied, das die Alten mitsingen können.” Dieses Argument habe ich schon oft gehört. Aber ich würde dafür nicht in Kauf nehmen, dass die Jungen es nicht kennen. 

Tipp 3: Gesang braucht Führung

Gemeinsames Singen in einer großen Gruppe ist ein erhebendes Erlebnis. 

Damit alle mitsingen können, braucht es nach meiner Erfahrung heute eine Führung beim Singen. Ich selbst sitze gerne vorne an einem Klavier/Flügel/E-Piano und singe die Lieder mit. Am liebsten mit Mikrofon, damit ich entspannt singen kann und trotzdem überall in der Kirche gut zu hören bin. 

Es gibt aber auch andere Möglichkeiten: Es gibt eine Band oder Instrumentalgruppe, die zusammen mit einem Sänger:in oder einer kleinen Vokalgruppe den Gesang begleitet. Oder nur ein:e einzelne:r Solist:in, welcher vom Klavier begleitet wird. 

Es gibt fast unendlich viele Möglichkeiten, dies zu gestalten. Wichtig ist aber immer, dass im Vorfeld genügend Zeit zum Üben eingeplant wird. 

Tipp 4: Nimm Dir Zeit für Qualität

Es wurde gerade schon angesprochen. Alle Planungen, die für eine Konfirmation sind, sollten mit genügend Zeit im Vorfeld stattfinden. Nur dann kann sie die Qualität haben, die der Veranstaltung angemessen ist. Dann haben wir auch die Chance, uns als Kirche bei vielen, die uns vielleicht distanziert gegenüberstehen, gut darzustellen. Wir werden sicher nicht alle überzeugen können, die Vorurteile uns gegenüber haben. Aber ich bin mir sicher, dass wir diesen Menschen keine Chance geben sollten, ihre Vorurteile bestätigt zu sehen. 

Tipp 5: Macht als Band einen Soundcheck

Ich war als Organist bei einer Konfirmation. Zur musikalischen Unterstützung war eine richtig gute Kirchenband dabei. Vor dem Gottesdienst wurden noch schnell alle Kabel verlegt und befestigt. Für einen richtigen Soundcheck war dann leider keine Zeit mehr: “Ist ja auch nicht nötig, in dieser Besetzung spielen wir immer”.

Leider war die Band im Gottesdienst viel zu laut. Wir als Gemeinde konnten nicht gut mitsingen, man hat nur die Band gehört. Das hat nicht zum Mitsingen eingeladen. Die Akustik in unseren Kirchen ist oft schwierig. Nehmt Euch Zeit, den Klang gut einzustellen. Dann haben alle Freude an Eurer Musik.

Tipp 6: Bezieht die Eltern mit ein

Um meinen sechsten Tipp umzusetzen, muss man sich Zeit für die Vorbereitung nehmen. Diese Zeit ist aber gut investiert. Vor einigen Jahren habe ich den Gottesdienst mit einem Elternchor gestaltet. Oft sind die Eltern bei der Konfirmation nur die Leute, die für die Feier bezahlen. Ich habe mich mit 15 interessierten Eltern an drei Abenden getroffen und wir haben alle Lieder für die Konfirmation gesungen. Im Gottesdienst saßen die Eltern dann als Gruppe vorne und haben von dort aus den Gemeindegesang angeführt. Für die Eltern war das toll, sie haben noch mal einen anderen Bezug zu dem Ereignis bekommen. Für mich war es auch eine tolle Erfahrung. Ich hatte noch mal Kontakt zu Leuten, den ich sonst nicht gehabt hätte. Natürlich haben wir schöne Musik gemacht, aber das gemeinsame Abschlussgetränk in der Kneipe nach der letzten Probe, das hat auch allen gefallen.  

Tipp 7: Musik zum Auszug – Schafft eine Verbindung

Der Gottesdienst ist vorbei, alle strömen nach draußen. Hier erklingt noch einmal Musik und es gilt eine Entscheidung zu treffen: Sorge ich mit meiner Musik für noch mehr Lärm oder schaffe ich es, mit einer besonderen Musik noch einmal zu überraschen. 

Ich versuche immer, das Zweite zu erreichen. Vor zwei Jahren hatte ich ein ganz tolles Erlebnis. Die Konfirmanden zogen zu den Klängen von Narcotic der Band Liquido aus der Kirche aus. Das Lied war der Hit auf ihrer Freizeit und sie sind tanzend aus der Kirche gekommen. Ihre Angehörigen haben gemerkt, dass hier etwas Besonderes passiert. Das ist Musik und das ist ein Moment, der den Jugendlichen etwas bedeutet. Ich habe selten 200 Erwachsene so still gesehen. Das sind doch die Momente, für die wir Musik für andere machen wollen, oder?

Fazit

Damit die Musik bei der Konfirmation gut wird, müssen viele Dinge bedacht und im Voraus geplant werden. Unser gemeinsames Ziel ist es, für möglichst viele Menschen, die zu uns kommen, ein positives Erlebnis zu schaffen. Das kann man erreichen, wenn man etwas Zeit in die Vorbereitung und in die Qualität investiert. Meine Erfahrung zeigt, dass diese Zeit gut investiert ist. Die positiven Rückmeldungen in Wort und Blicken sind es wert.


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